Herzogin-Marie-Preis 2016
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Die Martin-Bonhoeffer-Häuser aus Tübingen sind Preisträger des Herzogin Marie Preises 2016

Hohe Auszeichnung für Tübinger Flüchtlingsprojekt: "Nah am Leben, mitten in der Stadt"

Die Martin-Bonhoeffer-Häuser, eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in Tübingen, erhielten am 26.11.2016 den diesjährigen Herzogin-Marie-Preis. Der mit 10.000 € dotierte Herzogin-Marie-Preis wurde 2016 zum neunten Mal vergeben. Zur Teilnahme werden alle zwei Jahre mit einer thematischen Ausschreibung Einrichtungen der öffentlichen und freien Jugendhilfe in Baden-Württemberg eingeladen.

Der Herzogin-Marie-Preis will neue Ansätze der Jugendhilfe fördern und deren Umsetzung finanziell und öffentlichkeitswirksam unterstützen. „Die Martin-Bonhoeffer-Häuser zeigen, wie es gelingen kann, dass junge Menschen in der hiesigen Kultur Wurzeln schlagen", so Siegfried Hoch, Vorstand der Stiftung Präventive Jugendhilfe und Organisator der Preisverleihung. Das Flüchtlingsprojekt „Gekommen, um zu bleiben"der Martin-Bonhoeffer-Häuser in Tübingen zeichne sich durch ein Patenschaftsmodell aus, in dem Hauptamtliche und zahlreiche Ehrenamtliche die Flüchtlinge in Wohngruppen in ihrem Alltag unterstützen und gute Beziehungen zu ihnen aufbauen. Die Aktivitäten reichen von gemeinsamen Mittagessen über Nachhilfe und Hilfe bei Behördengängen bis zu gemeinsamen Ausflügen. Die Wohngruppen sind zudem dezentral aufgeteilt, um eine noch bessere Integration in Nachbarschaft und Gesellschaft zu ermöglichen.

Dr. Matthias Hamberger, Leiter der Einrichtung, betonte: "Die Jugendlichen leben nicht außerhalb in irgendwelchen Containerbauten, sondern nah am Leben, mitten in der Stadt." Die Frage, wie Integration von Flüchtlingen gelingen kann, könnte aktueller nicht sein. Allein im Jahr 2015 kamen ca. 6000 Kinder und Jugendliche ohne Eltern oder Verwandte aus den Krisengebieten der Welt nach Baden-Württemberg. Die Ausschreibung „Allein in der fremde!? Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge suchen neue Zukunft" trifft genau in das Zentrum des aktuellen gesellschaftlichen Diskurses.

Dass es in Baden-Württemberg ein Projekt gibt, das richtungsweisend und vorbildhaft mit der Herausforderung der Integration umgeht, wird mit der Auszeichnung des Herzogin-Marie-Preises nun gewürdigt und darf als Vorbild für das Ländle und Deutschland insgesamt gesehen werden. l.K.H. Marie Herzogin von Württemberg, Schirmherrin des nach ihr benannten Preises und Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Präventive Jugendhilfe und Siegfried Hoch, Vorstand der Stiftung verliehen den Preis in Stuttgart im Haus der Architekten an die Verantwortlichen und Beteiligten der Martin-Bonhoeffer-Häuser.

Es sprachen l.K.H. Marie Herzogin von Württemberg, Senator e.h. Prof. Roland Klinger, Direktor des Kommunalverbandes für Jugend- und Soziales in Baden-Württemberg (KVJS) und Tübingens Baubürgermeister Cord Soehlke. Die Laudatio hielt Herr Wolfgang Riehle, Freier Architekt aus Reutlingen und Mitbegründer der Stiftung Präventive Jugendhilfe.

Tina Kraus (Fernsehmoderatorin des SWR) moderierte professionell die Preisverleihung. Mit wunderbaren Klängen  von W.A. Mozart (Duo G-Dur, KV 423) rundeten die Streicher Jochen Brusch und Simon Breuer die Festveranstaltung gekonnt ab.

 

Hintergrundinfo

Die Stiftung Präventive Jugendhilfe hat den Auftrag, gemäß ihrer Satzung "auf sozialwissenschaftlicher Basis Erkenntnisse über die Lebenslagen junger Menschen, insbesondere gefährdeter Kinder und Jugendlicher zu sammeln, zu erweitern, zu verbreiten und darauf aufbauend gemeinwesenorientierte, lebensfeldbezogene Jugendhilfeangebote zu fördern". Die Evangelische und Katholische Kirche, Privatpersonen und Unternehmer sowie gemeinnützige Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe unterstützen die Stiftung.

Der mit 10.000 Euro dotierte Herzogin Marie Preis wurde 2016 zum neunten Mal vergeben. Zur Teilnahme werden alle zwei Jahre mit einer thematischen Ausschreibung Einrichtungen der öffentlichen und freien Jugendhilfe in Baden-Württemberg eingeladen. Der Herzogin Marie Preis will neue Ansätze der vorbeugenden Jugendhilfe fördern und deren Umsetzung finanziell und öffentlichkeitswirksam unterstützen.

Begrüßung durch Herzogin Marie

Den Begrüßungstext können Sie als PDF-Datei mit Klick auf das Foto einsehen.

Grusswort von Senator e.h. Prof. Roland Klinger, KVJS

Das Grusswort können Sie als PDF-Datei mit Klick auf das Foto einsehen.

Laudatio von Wolfgang Riehle

Die Laudatio für den Preisträger können Sie als PDF-Datei mit Klick auf das Foto einsehen.