Familienorientierte Prävention häuslicher Gewalt

Erhebungen zeigen, dass die Covid-19-Pandemie die Situation der Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, weiter verschärft hat. Die Baden-Württemberg Stiftung wird in Kooperation mit der Stiftung Präventive Jugendhilfe ein neues Konzept "familienorientierte Prävention häuslicher Gewalt"  entwickeln und erproben, wie sich alle Betroffenen in Maßnahmen zusammenführen lassen und Gewalt in Familien nachhaltig reduziert werden kann. Klassische Präventions- und Interventionsangebote sind bislang eher spezifisch auf Täter oder Opfer ausgerichtet.

Ziel: Im neuen Programm soll die gesamte Familie in den Blick genommen und positiv auf das Verhalten der Eltern eingewirkt werden, im Sinne einer psychisch gesunden Entwicklung für die Kinder. Dabei geht es gleichzeitig darum, allen Familienmitgliedern gerecht zu werden und sie jeweils bestmöglich zu unterstützen und zu versorgen. Ein solcherart familienorientierter Ansatz kann nur interdisziplinär gestaltet werden und setzt verbindliche Kooperations- und Vernetzungsstrukturen vor Ort voraus.

Fachtag Häusliche Gewalt

am 13.12.2021 zum Projektstart

Am 13. Dezember 2021 fand mit dem Fachtag der offizielle Auftakt zum Programm Familienorientierte Prävention häuslicher Gewalt statt. Der Tag diente einer fachlichen Einordnung des Programmthemas in den vorhandenen „Hilfealltag“ bei häuslicher Gewalt in Baden-Württemberg. Gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis wurde die interessierte (Fach)Öffentlichkeit perspektivisch über aktuelle Entwicklungen zum Thema informiert. Der Fachtag wurde im Hybridformat durchgeführt. Während die Anwesenden vor Ort aktiv in die Diskussion eingebunden wurden, konnten die Zuschauer über eine Chatfunktion im Stream Fragen und Anregungen einreichen, die in der weiteren Entwicklung Berücksichtigung finden. Rund 160 Personen haben teilgenommen, davon 50 vor Ort.

Ein Kooperationsprojekt

Die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH hat ein neues Programm aufgelegt: "Familienorientierte Prävention häuslicher Gewalt". 
Die Stiftung Präventive Jugendhilfe ist Kooperationspartner.

Weitere Informationen auf der Homepage der Baden-Württemberg-Stiftung

Fachtag am 13.12.2021

Begrüßung
Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung
Marie Herzogin von Württemberg, Stiftung Präventive Jugendhilfe

Grußworte
Manfred Lucha MdL, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg
Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofs

Vorträge
Professor Dr. Jörg M. Fegert, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm
"Prävention bei Häuslicher Gewalt: Familienorientierte und interdisziplinäre Unterstützung und Versorgung"
Professorin Dr. Barbara Kavemann, Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen, Evangelische Hochschule Freiburg
"Prävention von Gewalt in Paarbeziehungen – welche Ansätze sollten wir verfolgen?"

Praxis trifft auf Theorie - ExpertInnen-Statements und Podiumsdiskussion

Der Fachtag fand unter den Fragestellungen statt:

  • Welche Inhalte braucht ein Programm in Bezug auf familienorientierte Prävention häuslicher Gewalt?
  • Was brauchen wir, damit von Gewalt belastete Familien in Baden-Württemberg gut erreicht und begleitet werden können?
  • Worauf müssen wir besonders achten?
  • Was geht? Was geht gar nicht?
  • Wie bekommen wir alle am lokalen Netzwerk Beteiligte als Verantwortungsgemeinschaft an einen Tisch?