Galerie: Dialog im Schloss 2018

 

 

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Digital Kids - verloren in der Cyberwelt?

Dialog im Schloss am 24. November 2018

Es diskutierten unter der bewährten Moderation von Eckhard Rahlenbeck:

Dr. Catarina Katzer
Sozialpsychologin und Soziologin aus dem Kölner Raum, die sich besonders mit den psychologischen und sozialen Auswirkungen und dem Denken und Handeln in der digitalen Welt befasst.

Manfred Lucha
Minister für Soziales und Integration, Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg.

Für die musikalische Gestaltung danken wir Sebastian Kruggel, Saxophon, und Andreas Fischer, Piano, aus Tübingen.

Einen temperamentvollen Dialog lieferten sich Sozialpsychologin Catarina Katzer und Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha über die Chancen und Gefahren einer fortschreitenden Digitalisierung. Smartphones du Apps beherrschen immer mehr unseren Alltag, so Moderator Eckhard Rahlenbeck zum Auftakt. Sie seien dabei, zur Kommandozentrale unseres Lebens zu werden. Catarina Katzer, promovierte Sozialpsychologin und anerkannte Expertin auf dem Gebiet Cyberpsychologie und Medienethik, nannte Beweise, wie schon Kleinkinder unter dieser Dominanz zu leiden haben. 70 Prozent der der Zwei- bis Fünfjährigen nutzen nach einer repräsentativen Studie das Smartphone ihrer Eltern länger als 30 Minuten pro Tag. Das habe nicht nur Bindungsstörungen zur Folge, auch die Sprachbildung sowie die gesamte frühkindliche Entwicklung werde behindert. Catarina Katzer fordert: Medienerziehung gehört schon in die Kita.

Einig waren sich die Dialogpartner hinsichtlich eines zeitgemäßen Jugendmedienschutzes. Die bestehenden Schutzprogramme seien der dynamischen technischen Entwicklung nicht mehr gewachsen. Wirksamer müsse gegen Täter vorgegangen werden, welche Kinder und Jugendliche in den Chatrooms oder Online-Spielen ausspähen, belästigen und pädophil ausbeuten. Minister Lucha zeigte sich entschlossen, per Gesetz eine Art Notruf-Button in den Anwendungen einzurichten, mit dem die Nutzer sogleich um Hilfe rufen können, wenn sie verdächtige Versuche bemerken.

Besonders widmete sich der Dialog im Schloss der Vorbildrolle von Eltern und Erwachsenen. Es müssten sich mehr klare und einfache Benimmregeln im Umgang digitaler Geräte und Anwendungen durchsetzen, zum Beispiel feste Zeiten völlig ohne Smartphone und Computer, ohne digitale Ablenkung. Am Ende plädierte die Runde für ein, wie Moderator Rahlenbeck es formulierte, „pralles analoges Leben“, das die Begegnung von Mensch zu Mensch fernab digitaler Cyberwelten wertschätzt.

 

 

Klassenzimmertheater "Fisch im Netz" aufgeführt - Gemeinsam gegen Cybermobbing

Die einhundert geladenen Gäste, die den Festsaal des Schlosses füllten, konnten im Anschluss an den Dialog drei Szenen aus einer aktuellen Theaterproduktion sehen, die von der Stiftung Präventive Jugendhilfe initiiert wurde. Wir danken auch den sechs Grundschülern der Bodenseeschule Friedrichshafen für ihre engagierte Beteiligung.

Die Stiftung leistet die Grundfinanzierung der Entwicklung des Stückes „Fisch im Netz“, entwickelt und aufgeführt durch das renommierte Jugendtheater „Tempus Fugit“ aus Lörrach in Verantwortung von Theatergründerin Karin Maßen.

„Fisch im Netz“ ist als Klassenzimmertheater konzipiert, das Schülerinnen und Schüler aktiv in die Spielhandlung einbezieht und Medienkompetenz vermittelt. Die Stiftung unterstützt eine möglichst breite Übernahme des Stückes durch weitere Jugendtheater.

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Fotoquelle

Für die wunderbaren Profifotos danken wir Alwin Buchmaier, Friedrichshafen.